EM Tag 1: Bronze für Yemisi Mabry
Das Publikum animieren und dann mit einem Lächeln in den Ring treten. Mit einer sichtlich positiven Einstellung ist Yemisi Mabry (MTG Mannheim) am Montagabend ins Kugelstoß-Finale der EM in Birmingham (Großbritannien) gegangen. Und gleich im ersten Durchgang kam die Olympiasiegerin mit 19,20 Metern voll im Wettkampf an und rangierte auf Platz drei.
Im fünften Durchgang folgte die Steigerung auf 19,50 Meter, mit der die 27-Jährige ihre Position auf dem Podium endgültig absicherte. Die ganz große Steigerung über die 20,00 Meter gelang nicht mehr. Aber die nächste internationale Medaille war perfekt und gleichzeitig das erste Edelmetall für den DLV gleich in der ersten Entscheidung der Meisterschaft. Für Yemisi Mabry ist es insgesamt die fünfte Medaille bei einer großen Meisterschaft.
Die nächste Drucksituation meisterte Nina Chioma Ndubuisi (SG Schorndorf 1846). Im dritten Durchgang musste die mit 22 Jahren jüngste Athletin unter den Finalistinnen zulegen, um es in die Top Acht zu schaffen. Und die U23-Europameisterin steigerte sich von 18,08 Metern auf 18,21 Meter. Damit verwies sie Emilia Kangas (Finnland) um einen Zentimeter auf Rang neun. Bei dieser Weite und Platzierung blieb es.
Yemisi Mabry (MTG Mannheim):
"Ich hatte mir vorgenommen, im ersten Versuch eine gute Weite zu setzen, damit ich dann etwas mutiger sein kann. Das habe ich probiert und bis zum letzten Versuch gekämpft. Darüber, mit 19,50 Metern und einer Medaille aus dem Wettkampf zu gehen, bin ich froh. Die Leute, die für das Kugelstoßen in der Kurve waren, haben gut Stimmung gemacht. Jessica Schilder hat mir einige Trainingsjahre in der Drehstoßtechnik voraus. Ich werde weiter arbeiten, um auch in die Richtung ihrer Weiten zu kommen.
Nina Ndubuisi (SG Schorndorf 1846):
"Mein Ziel waren die Top Zwölf. Dass ich jetzt bei meiner ersten EM in der Aktivenklasse die Top Acht geschafft habe, ist super. Es ist etwas anderes hier zu starten, als bei einer U23-EM. Ich war keine Favoritin und wollte mich trotzdem beweisen. Ich habe zwar keine PB oder SB gestoßen, aber Nervenstärke bewiesen und mich im dritten Durchgang noch ins Finale der Top Acht vorgeschoben. Das war toll. Technisch stoße ich im Training viel besser und hoffe, das im nächsten Jahr auch im Wettkampf in den Ring zu bekommen. Da möchte ich zeigen, was ich drauf habe und bei der nächsten EM weiter vorne dabei sein. Die 19 sollen vorne stehen."
100 Meter Hürden | Vorläufe: Rosina Schneider fliegt zur PB
Rosina Schneider (TV Sulz) ließ im dritten Vorlauf am Montagabend keinen Zweifel daran, dass sie in absoluter Top-Form ist. In ihrem Rennen stürmte sie der Konkurrenz auf und davon und mit 12,76 Sekunden nicht nur zu einer neuen Bestzeit, sondern auch zur beszen Zeit der drei Vorläufe. Im Ziel feierte Rosina Schneider ihren Lauf mit einem lauten Jubelschrei. Ihre Bestzeit steigerte die 21-Jährige um eine Hundertstelsekunde.
Rosina Schneider (TV Sulz):
„Diese Zeit wäre ich auch gern im Halbfinale gelaufen, aber vielleicht kann ich da noch was draufpacken. Mit der Bestleistung bin ich super happy. Ich habe mir in den vergangenen Wochen ein tolles Niveau erarbeitet. Das will ich in den kommenden Rennen weiter beweisen.“
800 Meter | Vorläufe: Alexander Stepanov stürmt ins Halbfinale
Im zweiten 800-Meter-Vorlauf traf Alexander Stepanov (VfL Sindelfingen) auf extrem schnelle Konkurrenz. Mit seinen 1:45,13 Minuten rangierte der Deutsche Meister "nur" auf Platz sechs der Meldeliste. Doch der 21-Jährige konnte sich auf seinen extrem starken Spurt verlassen. Eingangs der Zielgerade lag Alexander Stepanov auf Rang drei. Exakt dieser Platz garantierte den direkten Einzug ins Halbfinale – und der Sindelfinger gab diese nicht mehr her. Mit 1:46,27 Minuten schnappte er sich das begehrte „Q“ und hielt Titelverteidiger Gabriel Tual (Frankreich; 1:46,33 min) knapp auf Distanz.
Knapp vor Alexander Stepanov liefen Lokalmatador Max Burgin (Großbritannien; 1:45,80 min) und der Schwede Andreas Kramer (1:46,05 min) ins Ziel. Eine souveräne Vorstellung zeigte auch Mark English (Irland). Europas Nummer eins entschied seinen Vorlauf in 1:46,96 Minuten für sich und wird im Halbfinale am Mittwoch sicherlich noch eine Schippe drauflegen können.
Alexander Stepanov (VfL Sindelfingen):
„Ich habe alles reingelegt. Das musste ich auch. Denn die 800 Meter sind wahrscheinlich der am besten besetzte Laufwettbewerb bei der EM. Als auf der zweiten Runde das Tempo angezogen wurde, musste ich mitgehen. Es hat mich überrascht, dass es so schon so früh so schnell wurde. Aber ich hatte eine gute Position, die ich verteidigen konnte. Jetzt freue ich mich aufs Halbfinale.“
Weitsprung | Qualifikation: Freud und Leid im "Windsprung" – kein Finale für deutsche Springer
Die Qualifikation im Weitsprung der Männer hielt alles bereit, was im Sport dazugehört: ungefilterte Emotionen, beeindruckende Leistungen der Favoriten, manch eine Zitterpartie und leider auch das vorzeitige Aus nach Verletzung von zwei Athleten, die durchaus mit um die Medaillen hätten springen können. Einer von ihnen ist der Deutsche Meister Simon Batz (MTG Mannheim). Bereits im Einspringen spürte er ein Ziehen im Beuger und konnte gar nicht erst zu seinem ersten Versuch antreten. Nur wenige Minuten später wiederholten sich die Bilder – ausgerechnet der Weltmeister Mattia Furlani (Italien) verließ die Grube mit schmerzverzerrtem Gesicht und musste gar mit dem Rollstuhl aus dem Stadion geschoben werden.
Simon Batz (MTG Mannheim)
"Ich habe beim Einspringen eine Anlaufkontrolle gemacht und dann habe ich mir beim Absprung in den Beuger einen reingezogen. Ich habe gerade ganz viele Gefühle – von Wut über Trauer. Ich bin in der besten Form, die ich je hatte, angereist und hätte sicherlich vorne mitmischen können. Jetzt muss ich das erst einmal verarbeiten und dann muss es weitergehen."
Kugelstoß | Qualifikation: Eric Maihöfer zieht souverän ins Finale ein
Der Deutsche Meister Eric Maihöfer (VfL Sindelfingen) lieferte im ersten Versuch 19,90 Meter und ließ dann zwei ungültige Versuche folgen. Für das Finale reichte diese Weite.
Eric Maihöfer (VfL Sindelfingen)
Die Qualifikation lief gut, ich bin weiter. Der letzte Stoß war noch mal ein Tick weiter gewesen, aber leider ungültig. Aber da schaue ich, dass ich das heute Abend dann schaffe. Ich hatte mir vorgenommen, ins Finale zu kommen. Das habe ich geschafft. Jetzt heißt es, heute Abend ganz befreit zu stoßen und was dann am Ende dran steht, da muss ich schauen, ob ich damit zufrieden sein kann. Ich hoffe, dass im Finale wieder die 20 vor dem Komma stehen wird.
>> Hier geht es zur EM-Eventseite mit allen Infos zum deutschen Team auf leichtathletik.de